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    Projekt: VDR

    Was ist ein VDR? Video Disk Recorder

    VDR ist eine nicht-kommerzielle Software von Klaus Schmidinger. Mit dieser Software bekommt man

    einen Festplattenrekorder inkl. Receiver. Unterstuetzt werden DVB-S, DVB-C und DVB-T

    Einsatzmoeglichkeiten:


    - Als Standalone-Geraet: Also ganz einfach als Receiver inkl. Festplatte und DVD-Player/Rekorder

    - Als Client/Server: hierbei kann man zB die Aufnahmen auf einem Server auslagern und diese

    dann auf weitere VDRs verteilen

    LINK:
    - Eine gute Anlaufstelle bei Problemen ist das VDR-Portal
    - oder auch Wiki VDR-Wiki

    Wie kam ich dazu?

    Aufgrund eines C`t Fernsehbeitrages habe ich mich mit einem Kumpel entschlossen, das wir je

    einen VDR bauen werden. In diesem Thread hier werde ich so nach und nach posten, was

    alles passiert.

    Was benoetigt man zum Aufbau eines VDR?

    - einen alten PC (ab 800MHz)
    - eine DVB-S/C/T Karte

    Ein alter PC passt natuerlich nicht wirklich in ein Wohnzimmer. Es sieht einfach nicht besonders

    huebsch aus, wenn so ein Kasten unter dem Fernseher steht.
    Aus diesem Grund habe ich mir einen VDR selbstgebaut.

    Anmerkung: Ich baue einen VDR aus einem alten PC, welcher am Schluss absolut

    Wohnzimmertauglich sein wird. Ein Freund von mir baut ebenfalls einen VDR, er hat aber ein

    komplett anderes Konzept, auf welches ich spaeter nochmal zurueckkommen werde.

    Also fangen wir mal an, einen VDR zu konzipieren:
    Zuerst habe ich mir Gedanken gemacht, was am besten in ein Wohnzimmer passt. Es gibt´s

    einige fertige Gehaeuse, aber dieses war mir zu langweilig. Ausserdem konnte ich nicht alle

    Ideen mit so einem "Kaufgehaeuse" verwirklichen. Meine Wahl ist auf ein Siemens

    Scenic D5 (ein D7 ist auch gut geeignet) gefallen (hier nochmal Dank an Obs).

    Das Gehaeuse muss natuerlich erstmal komplett entkernt werden.

     

    vdr_012

     

    Folgende Hardware kommt bei mir zum Einsatz:

    - Mainboard: Gigabyte GA-7N400 Pro
    - Proz: AMD Athlon 2400+
    - Ram: 512MB Infineon
    - DVD-Brenner: LG
    - Festplatte: 80Gb von Hitachi
    - Graka: ATI Radeon 9600 Pro
    - NT: Enermax EG365AX

    Bevor wir nun weitermachen, muss erst das MB umgebaut werden. Gigabyte hat einen

    etwas lauten Chipsatzkuehler verbaut, welcher im Alter nicht wirklich leiser wird. Ergo,

    er muss ausgetauscht werden. Ich habe mich fuer einen Passivkuehler von Coolink entschieden,

    denn da ist alles dabei: WLP, Push PIns und das Klebepad (7,50 Euros)

     

    vdr_052


    vdr_051

     

    Damit aus der ganzen Hardware auch ein VDR wird, musste ich mir noch eine DVB-S Karte

    organisieren, was sich nicht als so einfach herausgestellt hat. Ich wollte umbedingt eine

    FF-Karte (full-featured). Bei diesen Karten ist der MPEG-Decoder mit eingebaut.
    Solche Karten neu zu kaufen ist fast unmoeglich, bzw unbezahlbar. Also hab ich mal einen

    Blick auf Ebay geworfen...wo sie auch nicht wirklich billig versteigert werden. Meine Wahl

    ist auf eine Hauppauge WinTV inkl. CI-Modul gefallen.

     

    vdr_005

     

    Sooo, und nun ein Highlight dieses Geraetes: Ein 6,4" TFT!!!
    Es handelt sich hierbei um ein Industrie-Panel mit einem VGA-Anschluss 6,4" LG-Philips

    TFT inkl. Bedienelement.

     

    vdr_004

     

    Nachdem wir nun die ganze Hardware haben, koennen wir eigentlich loslegen. Zuerst muss

    mal der Dremel ausgepackt werden, da die Front vom Siemens Desktop entfernt werden muss.

    Nur, was machen wir ohne Front? Richtig, wir bauen uns eine neue Front.
    Dazu muss man sich ueberlegen, wo was eingebaut werden soll. In meinem Fall muss das TFT,

    2 Schalter, 3 Flachkopf-LEDs und die Klappe fuer das DVD vorhanden sein.
    Dazu habe ich eine Zeichnung angefertigt....ich hab das mal vor 20 Jahren am

    Zeichbrett lernen muessen...viel davon ist aber nicht mehr uebrig

     

    vdr_041

     

    Die Frontblende habe ich Lasern lassen

     

    vdr_055

     

    LINK: Frontplatten kann man sich von der Firma Schaeffer AG erstellen lassen. Die Firma bietet dazu
    zum kostenlosen download das Programm Frontplatten Designer an. Mit Hilfe dieses Programmes
    kann man sich seine Frontplatte erstellen und diese auch gleich bestellen. Man sieht auch sofort,
    was diese Frontplatte kosten wird: Schaeffer AG
    Ein paar Kleinigkleiten fehlen noch, damit man das Geraet auch bedienen kann. Als Ein/Aus-Schalter
    und DVD-Laufwerksschalter habe ich mich fuer sogenannte Vandalismus-Schalter entschieden.
    Ein dritter Vandalismus-Schalter kommt als Reset-Taste an die Unterseite. Die Schalter sind aus
    Edelstahl.
    Auf dem Bild sieht man auch noch die Flachkopf-LEDs, welche als Power, DVD-Zugriff und
    HDD eingebaut werden. Aufnahme-LED funktioniert stand meines Wissens leider nicht.
    Die Microschalter sollten eigentlich fuer das TFT sein, habe aber festgestellt, dass dieses nicht
    noetig ist (zu Erklaerung: Das TFT hat eine Platine zum Einstellen des TFTs, nur sind da kurze
    Microschalter dabei. Diese wollte ich ausloeten, lange Schalter einloeten und die Bedienung
    auf die Seite legen)...also 30 Cent umsonst ausgegeben.
    vdr_040
    Nachdem wir nun alle Hauptkomponenten fuer einen VDR zusammen haben, steht eigentlich nix meh
    r im Wege, mal zum Thema Montage zu kommen.

    Am Anfang habe ich mir das ja etwas einfacher vorgestellt (ich hatte ja sowas aehnliches mal gelernt). ABer es kommt ja immer anders, als man denkt.
    Das groesste Problem fuer mich war die Montage des TFTs. Denn dieses muss ja perfekt zur
    Frontplatte passen. Nun kann man 2 Loesungen sich ueberlegen: Entweder man montiert das
    TFT an die Frontplatte oder an das Gehaeuse. Ich habe mich fuer Loesung 2 Entschieden. Wuerde
    ich das TFT an die Frontplatte montieren, dann muesste ich 2-4 Schrauben an die Blende anbringen.
    Ich wollte aber so wenig wie moeglich Schrauben auf der Blende haben. Also habe ich mir ein Gestell "konstruiert", was am Gehaeuse montiert wird.
    vdr_015

     

    vdr_016

     

    Es sind einfach 2 L-Aluprofile (Baumarkt), welche in allen Richtungen verstellbar sind. Das TFT

    wird einfach zwischen den Profilen geklemmt. Durch die Verstellbarkeit kann das TFT spaeter

    exakt der Frontblende angepasst werden.

    Bei dem TFT muss noch die VGA-Platine montiert werden. Auch dazu habe ich mir eine

    Treagerplatte gebastelt. Auf diese Platte wird ebenfalls das Bedienpanel und die

    Spannungsversorgung montiert.

     

    vdr_017

    vdr_018

     

    Aber jetzt wird es spannend: Die restlichen Teile muessen nun eingebaut werden. Man will ja wissen,

    ob das ganze auch funktioniert. Achja, die folgenden Bilder zeigen nur einen Versuchsaufbau,

    da das ganze ja wieder demontiert werden muss.

     

    vdr_019

    vdr_020

     

    Wie man sieht, passt ja alles wunderbar in die kleine Kiste rein. Nur ein Problem gibt es noch. Die TFT-VGA-Platine muss mittels einem VGA-Kabel an die Grafikkarte angeschlossen werden.

    Jetzt ist so ein VGA-Kabel alles andere als flexibel und dazu noch etwas zu lang fuer unser Vorhaben.

    Wir muessen es also kuerzen. Dazu nehmen wir einfach einen Seitenschneider und machen

    kurz nach dem Stecker "schnipp" zum kuerzen des Kabels. Nun isolieren wir alle Kabel ab und

    verloeten diese. Bei dieser Arbeit ist sehr viel sorgfalt angebracht, denn ansonsten leidet die

    Bildqualiaet darunter.

     

    vdr_062

     

    Eine vernuenftige Loetstation leistet dabei gute Hilfe

     

    vdr_063

     

    Nun haben wir die passende Laenge und koennen das Kabel anstecken. Da es sich

    um einen Versuchsaufbau handelt, liegt das Kabel noch quer ueber das MB. Bei der Vollendung

    werde ich aber versuchen, es unter dem MB zu bekommen.

     

    vdr_064

     

    vdr_065

     

    Jetzt muss nur noch das TFT mit Strom versorgt werden. Das TFT benoetigt 12V. Also Schnipp,

    Gelb und Schwarz vom NT mit rot und schwarz vom TFT verbunden - fertig.

     

    Als Betriebssystem verwenden wir Mahlzeit (LinVDR). Mahlzeit bekommt Ihr im VDR-Portal oder hier WIKI
    Ich habe mich fuer dieses Betriebssystem entschieden, weil es sehr gut supportet ist und fast

    idiotensicher bei der Installation ist.

    Man muss einfach nur das das ISO downloaden, auf eine CD brennen und mit dieser den Rechner

    booten. Die Installation erfolgt fast vollautomatisch.

    Zwischenanmerkung: Da die Schalter der Front noch nicht angeschlossen sind, verwende ich zum

    Starten des Rechners einfach den Taster von einem alten PC. Sowas sollte sowieso jeder

    PC-Bastler in seiner Kruschkiste haben

    Zum Installieren der Software benoetigen wir in unserem Fall keinen Monitor, da wir ja einen

    TFT am VDR haben

     

    vdr_024

     

    Nochmal ein Zwischenruf von mir: Man benoetigt fuer dieses Projekt keinen TFT, es gibt`s

    auch viel guenstiger LCDs zu kaufen. Natuerlich geht es auch ganz ohne, aber dann macht

    das ganze Projekt ja keinen Spass mehr.

    Die Installation von Mahlzeit Version 4.0 Beta dauert ca. 5 Minuten und schon hat man ein

    Bild auf dem Fernseher (Man benoetigt einen Scart-Adapter, ein Cinch-Kabel, und einmal 3,5mm

    Klinke auf 2x Cinch). Nach Beendigung der Installation muessen wir nur noch die IP des

    Geraetes einstellen (ich gehe davon aus, dass der VDR am Netz haengt). Dazu muss noch eine

    Tastatur am Geraet angeschlossen sein. Nun einfach mit Alt-F1/2/3/4 auf die Konsole wechseln,

    als Login root und als Passwort linvdr eingeben. Jetzt noch setup eintippen und schwupps

    sind wir im grafischen Menue von LinVDR. Wenn wir da unsere IP eingegeben haben, koennen

    wir uns ab sofort bequem auf´s Sofa hinter dem Rechner klemmen.

    Zur weiteren Konfiguration sind 2 Programme sehr hilfreich: Putty und WinSCP

    Zuerst nehmen wir mal Putty und loggen uns auf den VDR ein: IP, Login: root und Passwort: linvdr
    Nun koennen wir wieder setup eintippen und waehlen Plugins aus. In unserem Fall muss auf alle

    Faelle das Plugin GraphTFT ausgewaehlt werden.

    Wenn dies erledigt ist, oeffnen wir unseren Browser und geben die IP des VDRs in die Adresszeile ein.

    Hier ist das Login linvdr und das Passwort ebenfalls linvdr Und nun kommt das, was mir am besten am

    VDR gefaellt: Das Admin-Portal

     

    vdr_028

    vdr_031

     

    In diesem Portal haben wir ein absolut 1a EPG. Wir koennen ueber das Portal den kompletten V

    CR bedienen und konfigurieren. Es laesst sich zB der Timer auf Knopfdruck einstellen,

    Aufnahmen brennen, Fernbedienen...einfach alles!

    Aber wie sieht das ganze auf dem TV und auf dem TFT aus?

     

    vdr_030

     

    vdr_033

     

    Wie man auf dem TFT sieht, fehlt noch das Senderlogo und ausserdem ist die Schriftgroesse zu gross.

    Um diese Dinge zu aendern, verwenden wir am einfachsten WinSCP (login: root, Passwort: linvdr).
    Senderlogos findet man zum Download bei Google oder auf dem VDR-Portal. Die Logos

    muessen in unserem Fall im png-Format vorliegen. Und hier werden sie reinkopiert:

     

    Code:
    etc/vdr/plugins/graphTFT/themes/poetter/logos
    Die Schriftgroesse aendern wir hier:
    Code:
    /etc/vdr/plugins/graphTFT/themes/poetter/poetter.theme

    Zum Thema Kanalsuche:
    Zur KAnalsuche sollte man auf alle Faelle das Plugin wirbelscan aus der Auswahlliste installieren

    Der bessere Wege ist folgender: die Kanaele von Linowsat downloaden: Linowsat

    und wo kopiert man die channels.conf hin? /etc/vdr

    Wenn man nun einen funktionierenden VDR hat, erstellt man am besten ein Backup seiner

    Installation. Dazu rufen wir wieder Putty auf und loggen uns ein.

    Zuerst stoppen wir den VDR:

    Code:
    /etc/init.d/runvdr stop
    und erstellen eine neue ISO:
    Code:
    mylinvdr.sh -miso -oshell
    Sobald das ISO erstellt ist, gibt der VDR folgende Meldung aus:
    Code:
    mahlzeit:~# mylinvdr.sh -miso -oshell
    running mylinvdr.sh version 1.0
    Ein neues vdrinst.iso File wird erstellt
    Ein neues linvdr tar-Archiv wird erstellt
    Bitte warten, ISO-Image wird erstellt
    Das ISO wurde erstellt und in /pub/export abgelegt

    Diese ISO koennen wir wieder einfach mit WinSCP auf unseren heimischen Rechner kopieren und

    sichern

    Und ganz nebenbei kann man LinVDR auch einfach updaten. Unter Putty einfach folgendes

    eingeben, aber zuerst schauen wir mal, welche Version wir haben:

    Code:
    linvdrupdater.sh -V
    und danach koennen wir das System aktualisieren:
    Code:
    linvdrupdater.sh -u

    ...

     

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    Auf meinem Grabstein soll stehen: "Ich wäre jetzt auch lieber am Strand!"

    By PLAVEB